Evangelisches Gütesiegel für acht evangelische Kindertagesstätten in der EKHN

Einrichtungen zum Teil bereits zum dritten Mal ausgezeichnet

Wiesbaden, 30. Mai 2022. Sieben evangelische Kindertagesstätten (Kita) im hessischen Teil der EKHN (Wiesbaden-Nordenstadt, Ewersbach, Usingen, Kriftel,  Frohnhausen und Darmstadt Thomasgemeinde), das Kinder- und Familienhaus „maia“ in Breidenbach und die Kita Wirges im rheinland-pfälzischen Teil der EKHN haben am Montag (30. Mai) das evangelische Gütesiegel für Kindereinrichtungen erhalten. Die bundesweite Auszeichnung prämiert Einrichtungen, die in ihrer religions- und sozialpädagogischen Arbeit eine besondere Qualität gewährleisten. Nach einer Andacht übergab die stellv. Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf das Gütesiegel in der Marktkirche in Wiesbaden an die Einrichtungen und würdigte deren Arbeit.

Damit führen von den 596 Kitas in der EKHN zurzeit 28 dieses Siegel. https://kita.zentrumbildung-ekhn.de/arbeitsfelder/qualitaetsentwicklung/guetesiegelkitas/

Trotz der Pandemie und den damit verbundenen zusätzlichen Herausforderungen haben sich Träger, Leitungen, Mitarbeitende und Eltern dieser acht Kitas bereits in 2021 der Begutachtung durch eine externe Gutachterin unterzogen. Die für November 2021 geplante Verleihung musste dann leider aus Pandemiegründen auf dieses Jahr verschoben werden. Unter den ausgezeichneten sind Einrichtungen, die bereits bei Einführung des Gütesiegels im Jahr 2011 zertifiziert wurden und nun schon zum dritten Mal das Gütesiegel erneuern.

Beachtlich ist auch das Alter einzelner Einrichtungen, so wurde die Kita in Wirges bereits 1900 und die in Ewersbach 1909 gegründet. Die Kita in Wiesbaden-Nordenstadt gibt es seit 1953 und die übrigen seit den 1960 bzw. 1970 Jahren. Die Kita in Frohnhausen ist hier die jüngste im Bund. Es gibt sie seit 2012. In den Kitas werden i.d.R. Kinder im Alter von 9 Monaten bis zum Schuleintritt betreut. Alle verbindet, dass sie für die Kinder und Familien in ihrem Einzugsgebiet da sein wollen. Ganzheitliche Entwicklungsbegleitung der Kinder vor allem auch in den Bereichen sprachliche Bildung, Gesundheitsförderung und Partizipation verbindet sie ebenso wie eine professionelle Teamarbeit. Die Weiterentwicklung der Fachlichkeit wird u.a. auch durch die Beteiligung an Bundesprojekten wie zur sprachlichen Bildung, zur Integration oder durch die Zusatzqualifikation Marte Meo vorangetrieben.

Das Gütesiegel der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V. (BETA) wird als Qualitätssiegel nur an Einrichtungen vergeben, die erfolgreich ein Qualitätsentwicklungssystem in ihrem Haus etabliert haben. Die Einrichtungen müssen dabei mindestens seit vier Jahren Qualitätsentwicklung und -sicherung als Instrument zur kontinuierlichen Reflexion und Weiterentwicklung ihrer pädagogischen Arbeit genutzt haben, bevor sie sich bewerben können. Dabei sind das evangelische Profil und die Fachlichkeit der Einrichtungen besonders im Blick. Die Auszeichnung gilt fünf Jahre und muss dann erneut geprüft werden.

Mit dem BETA-Gütesiegel erhalten die evangelischen Träger und Einrichtungen ein bundesweit einheitliches Zeichen mit dem ihr Qualitätsprofil sichtbar und anerkannt wird. Das Verfahren  soll Lernprozesse in Gang setzen und die Einrichtungen ermutigen, die Arbeit wertzuschätzen und eigene Entwicklungspotentiale zu entdecken. Klare Strukturen und durchschaubare Abläufe sollen am Ende Kindern, Eltern und den Mitarbeitenden der Einrichtungen Verbindlichkeit und Sicherheit geben.

Derzeit gibt es insgesamt 596 Kindertagesstätten in der EKHN mit knapp 46.051 Plätzen und rund 6.600 Mitarbeitenden (Fachkräfte, Hauswirtschaft und Reinigung). Im kommenden Jahr investiert die EKHN fast 50 Millionen Euro in die Arbeit der Kindertagesstätten. Das bedeutet, dass ein evangelischer Kindergartenplatz mit über 1.200 Euro im Jahr aus Kirchenmitteln bezuschusst wird.

Mehr Informationen zum Gütesiegel und zu den einzelnen Kitas  im Internet:

https://kita.zentrumbildung-ekhn.de/arbeitsfelder/qualitaetsentwicklung/evangelisches-guetesiegel/

 

Hintergrund: Qualitätsentwicklung (QE)

Alle  Kindertagesstätten in der EKHN haben ein Verfahren zur QE eingeführt. Ca. 500 Einrichtungen nutzen dazu die „Qualitätsfacetten“, die von der EKHN 2007 als eigenes Verfahren eingeführt wurden. Dies nutzt als zentrales Instrument die regelmäßige Selbstbewertung in den pädagogischen Teams. Unter großer Beteiligung  der Praxis wurden 26 Standards für alle evangelischen Kitas in der EKHN entwickelt, die verbindliche Grundlage für die Ausgestaltung der Qualitätsarbeit vor Ort sind.

Das Verfahren zur Vergabe des Ev. Gütesiegels wurde 2010/2011 im Rahmen eines Pilotprojektes in der EKHN entwickelt und evaluiert. Mit Beschluss der Kirchenleitung vom Dezember 2011 wird es für eine externe Begutachtung im Rahmen von Qualitätsentwicklung den Kindertagesstätten in der EKHN empfohlen. Das Gütesiegel war ein Wunsch aus der Praxis. Wie auch in anderen Bereichen üblich, wollten viele Einrichtungen zu ihrer Qualität ein externes Feedback einholen und diese auch beurkundet haben. Niemand wird gezwungen sich überprüfen zu lassen. Es ist eine freiwillige Option, die aber große Außenwirkung hat.

Mit der Einführung des kirchlichen QE-Verfahrens leistet die EKHN einen erkennbaren Beitrag zur qualitativen Verankerung von Bildung, Erziehung und Betreuung in den evangelischen Kindertagesstätten. Sie sieht es als ihre Verantwortung an, in diesem Kontext religiösen Fragen Raum zu geben, christliche Traditionen in den Alltag zu integrieren, Begegnung der Religion zu ermöglichen und eine Werteerziehung zu fördern.

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