• Dekanin Eva Reiß erläutert Besuchern des vierten Fachtags die Besonderheiten der Evangelischen Stadtkirche in Offenbach. Foto: F.Sommer, Ev. Dekanat Offenbach
  • In der Mevlana Moschee in Offenbach/Foto: Fachbereich Kindertagesstätten
  • Shabbatkerze, Duftgewürze, Weinkelch

Vielfalt der Religionen erleben

Vierter Fachtag für evangelische Kitas im Dekanat Offenbach beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Religionen.

von Frank Sommer, Ev. Dekanat Offenbach

„Egal wer Du auch bist, ob Jude, Muslim, Hinduist, ob Christ, Buddhist, ob Atheist, das ist kein Grund für Zwist und Streit“ – mit dem um Toleranz werbenden Lied aus dem interreligiösen Trimum-Projekt ist am Mittwoch der vierte Fachtag für evangelische Kindertagesstätten eröffnet worden. Rund 100 Erzieherinnen und Erzieher aus elf Kindertagesstätten in Stadt und Kreis Offenbach haben sich unter der Leitung von Ute Weiß vom Zentrum Bildung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und Religionspädagoge Mike Breitbart mit dem Thema interreligiöse Bildung beschäftigt.

Die Vielfalt der Religionen wie der Nationalitäten gehören zum Alltag im Rhein-Main-Gebiet, auch in den evangelischen Kindertagesstätten wird sie gelebt. Die interkulturelle Kompetenz der Erzieherinnen und Erzieher zu stärken, ist Schwerpunkt des Fachtages. Dazu besuchten die Fachkräfte sechs unterschiedliche religiöse Orte in Offenbach. So gab es Führungen durch die Jüdische Gemeinde, die Mevlana-Moschee, das Buddhistische Zentrum sowie durch rumänisch-orthodoxe, katholische und evangelische Kirchen.

„Ziel ist es, dass die einzelnen Kitas später selbst mit ihren Gruppen auf Entdeckungstour zu verschiedenen religiösen Orten gehen“, sagt Weiß. Gemeinsam mit den Fachkräften sollen die Kinder verschiedene Formen des Glaubens und der Religiosität kennenlernen und sich mit Symbolen, Riten und Festen vertraut machen. „Die Kinder sollen neugierig werden und die Vielfalt erleben“, sagt Weiß, „und sehen, dass es eben nicht ‚die Muslime‘ oder ‚die Christen‘ gibt, sondern dass Religion sehr unterschiedlich gelebt werden kann.“

Die Idee dazu stamme aus der „vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung“, sagt Breitbart. Wichtig sei es, dass sich die Fachkräfte auch ihr eigenes Bild von Religion reflektieren, um mit den Kindern wertneutral an die Betrachtung der Vielfalt zu gehen. „Wir wollen den Kindern eine positive Identität vermitteln“, sagt Breitbart, „so, wie sie sind und mit der Religion, die sie haben, werden sie von der Gruppe angenommen und geachtet.“ Auch soll vermittelt werden, dass Glaube auf vielerlei Arten gelebt werden könne. Dazu haben Weiß und Breitbart verschiedene Publikationen zum Fachtag mitgebracht, die sich die Fachkräfte für die Arbeit in ihren Kitagruppen anschauen können.

Ulrike Schweiger, Pfarrerin für interreligiösen Dialog im Dekanat Offenbach, stellte dann noch das Projekt Treffpunkt Interreligiöse Bildung und Pädagogik vor. Im Rahmen des Projektes werden Begegnungsmöglichkeiten unterschiedlicher Religionen organisiert, so werden Führungen durch die jüdische Synagoge oder durch Kirchen angeboten. „Wir müssen offen sein für Begegnungen, damit das Zusammenleben der Kulturen und Religionen im Alltag gelingt“, sagt Weiß.

Der Fachtag für Erzieherinnen und Erzieher wird seit 2015 einmal jährlich ausgerichtet. Neben interreligiöser Arbeit wurden schon die Themen Kinderschutz, Partizipation oder Inklusion behandelt.

Vorbericht vom Fachbereich Kindertagesstätten

  • Dekanin Eva Reiß erläutert Besuchern des vierten Fachtags die Besonderheiten der Evangelischen Stadtkirche in Offenbach. Foto: F.Sommer, Ev. Dekanat Offenbach
  • In der Mevlana Moschee in Offenbach/Foto: Fachbereich Kindertagesstätten
  • Shabbatkerze, Duftgewürze, Weinkelch